Härtetest für die Holzmann TK255 – Eichenkanteln mit 70mm auftrennen

Da ich aus 55mm Bohlen 20mm Bretter machen muß, hatte meine Tischkreissäge heute gut zu tun. Ich habe damit begonnen, die Kanteln, die ich am Wochenende geschnitten habe, hochkant aufzutrennen. Nachdem die Holzmann TK255 schon das Auftrennen der 55mm Bohlen ohne Probleme gemeistert hatte, war ich zuversichtlich.

Mit dem gleichen Setup ging es also an die neue Aufgabe. Wieder mit dem Hilfsanschlag, der ein Verkeilen verhindern soll. Und wieder mit dem groben Bosch Sägeblatt.

Ich wurde nicht enttäuscht. Sicher benötigt die Holzmann TK255 mehr Zeit als zum Beispiel eine Altendorf, aber sie schafft es. Zwischendurch bekam sie immer wieder Ruhepausen, schließlich ist sie nicht für Dauerbetrieb ausgelegt. Auch der mögliche Vorschub ist begrenzt.

Schlußendlich habe ich aber meine Eichenbretter erhalten, mit dem ich nun Leimholz herstellen kann. Und die Säge lebt auch noch. Super.

Waldkante an Massivholz entfernen

Tja, lange hab ich mich drum gedrückt ( Platten verarbeiten sich ja sooo einfach), aber nun musse es sein: Ich werde mit Massivholz arbeiten. Eigentlich ein absolut nötiger Schritt: im Familienbesitz befindet sich jede Menge Blockware (aka Bohlen), meist Kiefer und Fichte, aber auch das eine oder andere Edelholz.

Für mein jüngstes Werk, einen von der Liebsten angeforderten Schuhschrank im Gründerzeit-Look bentige ich eine Front aus massivem Holz. Furnieren fällt wegen verschiedener Zierfräsungen aus, und ich habe noch Eiche „am Lager“. Auf den Bohlen hab ich als kleiner Junge gespielt – also über 40 Jahre abgelagert…

Die Bohlen sind 55mm stark. Das ist viel zu viel für den angepeilten Einsatz. Wenn ich die aber teile, kann es was werden. Eine starke Bandsäge hab ich nicht – jedenfalls hat das vorhandene Modell keinen Anschlag und es gehört mir auch nicht direkt, deshalb fallen Bastelleien aus.

Ich werde die Bohlen an meine Holzmann TK255 aufschneiden. Sie hat 2000Watt und 80mm Schnittiefe. Wenn ich das Holz von beiden Seiten anschneide, gehen also maximal 160mm. Aber das werde ich der Kleinen nicht antun….

Aber zuerst muß das Holz in ein verarbeitbares Format gebracht werden. Erster Schritt ist die Entfernung der Waldkante und des Splintes. Mit Waldkante ist die Rinde gemeint. Der Splint ist bei manchen Holzarten vorhanden, bei manchen nicht. Splint ist nicht nutzbar, da zu weich. Beim lebenden Baum ist dieses kapillarhaltige Holz für den Feuchtetransport zuständig.

und…fertig

Wie ich das mache, seht Ihr im Video. https://youtu.be/8KEgkc0w_w8

Die wesentlichen Punkte:

benötigt wird

-starke Tauch- oder Kreissäge mit ausreichender Schnittiefe

-Sägeschiene

-Sägeblatt für Längsschnitt. Ich empfehle die Construct Wood Serie von Bosch. Neben guter Standzeit ist es auch Nagelfest. Viele Bäume haben den oder die großen Krieger erlebt oder manchen Jäger, der daneben schoß- Das kann manches einfache Sägeblatt das Leben kosten…..

-Die Bohle darf nicht wackeln. Also entweder die hohle Seite nach unten oder mit Keilen oder Hölzern stabilisieren.

-Mit laufender Säge ins Holz gehen

Den Sägespalt mit einem Keil offen halten. Massivholz neigt dazu, sonst das Sägeblatt einzuklemmen, was wir eher nicht wollen….

-Die Sägeschiene muß nur aufgelegt werden. Festzwingen ist normalerweise nicht nötig. Sinnvoll ist eine Zwinge, um die Bohle gegen Wegrutschen zu fixieren.

-gerade bei Hartholz auf das Motorgeräusch achten. Wenn die Drehzahl sinkt, weniger Vorschub geben.

Furnieren

Soeben habe ich mein neues Video zum Thema Furnieren mit der Bügelmethode fertiggestellt.

Furnieren ist ja an sich kein Hexenwerk: Im Prinzip klebt man eine dünne Holzschicht auf eine Platte. Auf diese Weise werden Möbel optisch aufgewertet, ohne wirklich teures Edelholz zu verwenden. Haben unsere Vorfahren schon gemacht – googelt mal nach „Furnierhammer“

Ich habe damit begonnen, um selbstgebaute Lautsprecher schick zu machen. Aber auch die klassische Verschönerung von Möbeln aus eigener Hand mach ich inzwischen selbst. Das Vorgehen ist recht simpel:

-Möbel bauen 😉

-Furnier kaufen (Ebay ist eine gute Quelle)

-Außenseite des Furniers bestimmen (legt es mittig auf den Arm. wenn es im Bogen nach unten hängt, ist die Oberseite oben. stehen die enden etwas nach oben, ist die Unterseite oben.

-Außenseite wässern, Innenseite mit leicht verdünntem Holzleim einstreichen, auch die zu furnierende Fläche

-Leim ablüften lassen

-Furnier aufbügeln

-Kanten mit Schleifklotz durchschleifen.

Vor der Endbehandlung mit Öl, Beize oder Lach wird noch geschliffen, 180er bis 360er Papier verwenden.